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Kinderlos in der Festtagszeit

An Weihnachten kommen die meisten Familien zusammen um zu

feiern. Ich mag mich erinnern, als meine Grossmutter noch lebte, war

Weihnachten ein grosses Fest. Mit einem wunderschönen Weihnachtsbaum, Liedern,

Geschenken und einem leckeren Essen. Das tollste war, das Spielen mit den

Cousinen und Cousins. Wir waren meist zwischen 20 und 25 Personen. Für mich

hatte Weihnachten immer einen sehr grossen Stellenwert, die Familie war mir

wichtig und ich habe immer versucht sie zusammen zu halten. In der Zeit als ich

verheiratet war und wir uns ein Kind gewünscht haben, war Weihnachten eher eine

Tortur. Vor allem als ich mehrfachte Tante wurde und sah wie sich meine

Geschwister über ihre Kinder gefreut haben. Auch heute hat das Fest der Liebe

für mich keine grosse Bedeutung mehr. Wenn man sich Kinder wünscht und es

einfach nicht klappen will, sind Familienfeste nicht so einfach. Wahrscheinlich

können das nur Frauen und Männer verstehen, die das selbst erleben. Es ist

schwierig zu erklären wie ich mich gefühlt habe und auch heute noch fühle. Auch

wenn ich mittlerweile akzeptiert habe, dass ich nie Mutter werde und es für

mich so wie es ist stimmig ist, wird mich an Weihnachten wohl immer eine

gewisse Melancholie begleiten. Da wird mir bewusst, dass ich keine Familie

habe, dass ich nie in die strahlenden Augen meiner Kinder sehen werde. Viele

denken jetzt wahrscheinlich, dass es ja auch schön ist, wenn man anderen Kindern

eine Freude machen kann. Ja aber es ist und wird nie dasselbe sein. Noch

schlimmer waren für mich aber die Feiern um den Jahreswechsel, wenn um Punkt

Mitternacht alle zu prosteten und sich ein frohes neues Jahr wünschten, konnte

ich immer nur an meine Kinderlosigkeit denken. Der Gedanke, dass schon wieder

ein Jahr vorbei ist und ich immer noch nicht Mutter geworden bin, hat mich Jahr

für Jahr fast erdrückt. Seit zwei drei Jahren ist das aber zum Glück nicht mehr

so. Weil ich mich entschieden habe, zu akzeptieren, dass ich nie Kinder haben

werde. Auch weil ich mich entschieden habe, für Frauen und Männer da zu sein,

die sich gerade aktuell in dieser Situation befinden. Melden Sie sich bei mir,

machen Sie nicht alles mit sich alleine aus. Gemeinsam ist es nicht einfacher,

aber es hilft.

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